Bijou allein Zuhaus

Von Kaki an die West Coast

 
10Sept
2018

Die Aufregung steigt

Sechs Jahre warteten wir auf die Möglichkeit gemeinsam zu verreisen. Nach weiteren 6 Monaten Planung, 3 turbulenten Planungstreffen und zahllosen Whatsapps steht jetzt die Route fest. Flüge und Autos sind ebenso gebucht wie einige Ausflüge und die meisten Hotels. Jetzt heißt es wieder warten bis es endlich losgeht.

23Sept
2018

Die wichtigsten Vorbereitungen sind erledigt

Inzwischen sind alle wichtigen Vorbereitungen getroffen: Powerbank und zweiter Akku für die Kamera bestellt und geliefert, die SD-Karten gelöscht und formatiert, US-Steckeradapter und aufblasbare Nackenkissen besorgt, einen Handgepäckrucksack gekauft, eine USA-SIM-karte bestellt und aktiviert, die Routen und Tagesetappen für den Navi gespeichert und über Kleinanzeigen einen America-The-Beauty-Pass zum Eintritt in die Nationalparks mit ausreichend Restlaufzeit organisiert.

Sogar das Futter für Bijou ist portionsweise vorbereitet und eingefroren. Sie werden wir schon den Abend vor der Abreise in ihrem Urlaubsdomozil, einem Rudel mit 4 Labradorhündinnen, abgeben. Gut dass es dort keine Rolle spielt, dass sie ihre bevorstehende Läufigkeit für jetzt aufgeschoben hat und sie dort durchleben wird.

Die erste Diskussion, um 6 Meinungen unter einen Hut zu bringen, fand auch schon statt. Die Frage wie lange vor Abflug wir uns am Flughafen treffen wollen. Die Meinungen lagen zwischen 2 Stunden und 1:15 vor Abflug. Geeinigt haben wir uns auf 1:45. Das heißt 6:00 Uhr treffen am Flughafen, was für uns, Norbert und mich, bedeutet: Abfahrt zuhause um 4:15 Uhr. Das wird ne kurze Nacht, aber Schlaf können wir ja im Flugzeug nachholen.

Hier unsere gesamte Reiseroute, die ihr aber genauer in meinen einzelnen Berichten verfolgen könnt: 

Reiseroute

Flug nach Los Angeles - Las Vegas - Gran Canyon - Death Valley - Sequoia Natinalpark - Yosemite Nationalpark - Lake Tahoe - San Francisco - San Jose (Football) - Highway No 1 - Santa Cruz - Monterey - Morro Bay - Los Angeles

 

26Sept
2018

Online Check-in – das Chaos beginnt

Es ist 8.45 Uhr. Norbert sitzt pünktlich vor dem Internet damit wir, für den Flug von Wien nach Los Angeles gute Plätze bekommen. Der Flug geht übermorgen um 7.45 von Hamburg nach Wien und dann weiter nach Los Angeles. Laut Austrian Airlines ist der Check-in ab 47 Stunden vor Abflug möglich

Es geht aber nicht!!!

Nach kurzer Recherche steht fest: wir müssen warten, bis es 47 Stunden vor Abflug des 2. Fluges ist. Also wird der Timer auf 11.05 Uhr gestellt, um bloß nicht die besten Plätze den anderen zu überlassen.

11.05 Uhr, es geht immer noch nicht. Als auch eine Viertelsunde später noch kein Online Check-in möglich ist, bekommen wir die telefonische Auskunft aus Wien: „Server läuft noch nicht, sollte in 15 Minuten klappen.“

11.35 Uhr, hurra wir sind alle nach Wien eingecheckt, haben optimale Plätze alle in der 5. Reihe, damit wir schnell aussteigen können. Wir haben nämlich nur 50 Minuten zum Umsteigen. Unsere Bordkarten können an die Kinder verschickt und ausgedruckt werden – PERFEKT! ???

Jetzt nur noch der Flug nach Los Angeles, aber – nicht möglich. Norbert sucht und sucht, ruft schließlich erneut in Wien an, dort kann man keinen Fehler finden und will zurückrufen. Die Zeit läuft –  alle anderen Passagieren bekommen gute Plätze – und wir???

Norbert und ich schauen zum x-ten Mal alle Daten durch und finden den Fehler: unser Datenmanager hat in den APIS-Daten 2x die gleiche Passnummer eingetragen. Also korrigieren, kein Problem und endlich einchecken. – Denkste! Wir kommen an die Daten nicht mehr ran. Dritter Anruf in Wien. Die Dame am Telefon ist wieder österreichisch freundlich, stellt die Daten um und jetzt klappt es aber. Oder auch nicht? Warum nicht? Jetzt steht in meinen Daten Norberts Passnummer und umgekehrt. Vierter Anruf in Wien. Nur nette Mitarbeiter dort. Unsere Passnummern werden getauscht und bei der folgenden Kontrolle aller anderen Daten (vorsichtshalber) wird gleich noch ein Fehler in Simons Passnummer korrigiert und dann muss es klappen.

Hurra!!!

Wir können alle einchecken, diskutieren welches nun die besten Plätze sind, stellen dies noch mehrmals um und dann – endlich - gefühlte Stunden später sind sie da: die Download-Buttons. Schnell noch alle Bordkarten herunterladen und an die Kinder schicken, dann ist der Drops gelutscht.

NEEEIIIIN!

Simons Bordkarte kann weder ausgedruckt noch an ihn versandt werden. Bei mehreren Versuchen erscheinen unterschiedliche Fehlermeldungen. Eine lautet „aufgrund behördlicher Auflagen muss die Bordkarte kurz vor Reiseantritt am Schalter abgeholt werden“. Na toll. Doch falsche Daten? Der fünfte Anruf bei Austrian Airlines in Wien bringt die Antwort. Alle Daten sind richtig, aber Simon wird sich wohl einer genaueren Sicherheitsüberprüfung unterziehen müssen. Der Arme. Inzwischen steht auch seine Bordkarte nach Wien nicht mehr online zur Verfügung.

Ich bin total aufgeregt. Wenn das jetzt schon so losgeht, wie wird dann der Urlaub? Ich rufe meine Freundin an, die am Flughafen arbeitet. Sie beruhigt mich, sagt das käme manchmal vor, ich solle mich nicht aufregen, sie wäre am Freitag auch um 4.15 Uhr am Flughafen und sie würde sich die Sache mal anschauen. Jetzt geht es mir besser. Ich bin ganz froh dass es nicht mich erwischt hat.

Jetzt ist es 20.30 Uhr. Wir haben uns seit fast 12 Stunden um unsere Bordkarten und Plätze gekümmert. Für 5 von uns ist alles perfekt. Aber Simon....

Ich bin kaputt. - Feierabend!

 

27Sept
2018

Bijou NICHT ALLEIN zuhaus – Buddy auch nicht

Heute ist Norberts erster Urlaubstag und nach einem gemütlichen Frühstück beim Bäcker am Ort geht’s an die letzten Vorbereitungen. Andreas, der freundliche Nachbar, bekommt den Schlüssel und letzte Einweisungen in Flora und Fauna (sind ja nur Fische) Brieflasten und Mülltonne benötigen keine weiteren Erläuterungen.

Packen

Nein, noch nicht. Bijou hat noch nicht gefrühstückt und ihre große Morgenrunde steht auch noch aus. Wieder zuhause kann ich endlich anfangen. Irgendwann ruft Norbert zu einem schmackhaften Mittagsmenue, gezaubert aus den Resten, die der Kühlschrank noch hergibt. Es schmeckt fabelhaft und wir diskutieren, was an Kleidung mit muss. Wüste mit 35 Grad Nationalparks mit 15 Grad, Gebirge mit 3 Grad. HILFFFEEE! So groß ist mein Koffer doch gar nicht. Deshalb habe ich die Kleidung auch noch nicht gepackt. Was muss mit? – Was darf mit? – Was passt nicht?

Nach dem Mittagessen ist Bijous letzte große Runde fällig bevor wir sie bei Ihrer Dummytrainerin und den 4 anderen Hundedamen abgeben. Danach schnell Ihr Bett, Köfferchen und Tiefkühlkost für 20 Tage gepackt und los geht’s. Sie freundlich empfangen und im Rudel aufgenommen aber die Jüngste des Rudels braucht ein paar deutliche Ansagen wenn sie zu aufdringlich wird. Daraufhin zieht sich diese zurück und probiert mal aus ob Bijous Körbchen auch gemütlich ist. Ich habe im Eifer des Gefechtes an alles gedacht nur nicht an Ihr Abendessen. Es steht noch zuhause im Kühlschrank. Also nochmal 10 km hin und wieder her, damit sie mit den Anderen zur Nacht speisen kann. Natürlich bleibt sie NICHT ALLEIN ZUHAUS.

Bijou hat Ihr Körbchen zurückerobert.

Zeitgleich bringen Simon und Tini Buddy in die Pension zu Nadine wo er schon sehnlichste erwartet wird. Nadines 3 jährige Tochter umarmt ihn und freut sich riesig, sie will ihn gar nicht mehr loslassen und so können auch Simon und Tini mit ruhigem Gefühl zum Packen nach Hause fahren. Sie wissen ihn in guten Händen und auch er ist eben NICHT ALLEIN ZUHAUS.

Nun kann ich endlich Kleidung packen und bin somit auch nicht früher dran, als die Kinder, die heute alle noch arbeiten mussten. Also Augen zu und durch, was fehlt wird gekauft. Der Koffer geht zu und ist auch nicht zu schwer. Norbert hat 4 Kilo weniger als ich. Klar doch, als Mann.

Jetzt noch schnell mal durchsaugen und Blumen gießen während Norbert unser Nachtmahl aus den restlichen Tomaten, einer Biogurke von Nachbar Andreas und unserem letzten Mozzarella zaubert. Ach ist es herrlich mit einem Mann verheiratet zu sein, dem Essen viel wichtiger ist als mir und er es dann auch noch so lecker und mit Liebe zubereitet.

Nach ca 1.000 WhatsApp-Plings aus unserer West-Coast-Gruppe klingelt jetzt nochmal das Telefon. Meine Freundin am Flughafen hat die Flugzahlen von morgen gesehen und rät uns dringend nicht erst um 6.00 Uhr sondern schon um 5.00 Uhr am Flughafen zu sein. Heute haben die Passagiere teilweise 1,5 Stunden an der Sicherheitskontrolle Schlange gestanden.

Also wird die Nacht noch eine Stunde kürzer. Deshalb ab ins Bett. Gute Nacht.

28Sept
2018

Abflug mit Hindernissen

Heute werde ich, Norbert, den Lauf der Dinge mal aus meiner Sicht beschreiben.

Der Wecker geht bereits um 2:30. Viel zu früh, aber wir können sowieso nicht entspannt schlafen. Wir wollen um 3:15 starten um Simon und Tini abzuholen damit wir rechtzeitig am Flughafen sind. Die Straßen sind um diese Uhrzeit noch verwaist und wir kommen viel besser als erwartet durch. Kein Verkehr - super! Heute fängt der Herbstferien-Reiseverkehr an. Somit gehen zwischen 6 und 7 Uhretwa 20 Flieger raus. Tausende Reisende versprechen etwas Wartezeit bei der Sicherheitsüberprüfung. Ich schmeiße die Drei bei “Abflug” raus und parke bei Airbus. Bin gut durchgekommen und der Pförtner hat meinen Schlüssel zügig angenommen. Nun schnell die Beine in die Hand und ab zur Haltestelle. Ich sehe den Bus schon von weitem und gehe so schnell es meine Muskelzerrung im Bein erlaubt damit ich nicht 20 Minuten in der Kälte warten muss. Ich kriege den Bus und bin 20 Minuten früher als geplant am Terminal. Petras Freundin am Schalter (super, sie hat heute Frühdienst) ist sehr hilfsbereit und versorgt uns mit neuen Bordkarten. Sie empfiehlt für den Transatlantikflug Fenster und Gangplatz zu nehmen und den Mittelplatz bewusst freizulassen.

Simon hat dann tatsächlich das große Los gezogen und das Ticket mit den 4 S bekommen. Aus der Internetrecherche wussten wir was das heißt. Jetzt ist uns auch klar, was die vorgestern schon angekündigte zusätzliche Sicherheitsüberprüfung bedeutet. Wir alle hoffen dass diese schon in Wien stattfindet und nicht erst in LA.

In Hamburg kommen wir fast pünktlich raus und landen rechtzeitig in Wien. Beim Landeanflug haben wir einen schönen Blick auf das sonnige Wien.
Am Schalter für den Weiterflug ist es sehr voll und es gibt einige Kandidaten mit 3 oder 4 S auf dem Ticket. Simon muss an einen speziellen Schalter, dort einige Fragen beantworten und anschließend in einen abgetrennten Bereich um sich noch mal gründlich checken zu lassen. Er ist Gott sei Dank ganz schnell wieder da und wir hoffen, dass diese Prozedur die Einreise in LA abkürzen wird.

Das Risiko, die Mittelplätze nicht zu buchen hat sich gelohnt. Der Flieger ist nicht komplett ausgebucht und somit bleibe sie frei. Wir haben alle viel Platz.

Über Norwegen sehen wir den ersten Schnee und nachdem Grönland größtenteils unter einer geschlossenen Wolkendecke versteckt ist, können wir bei Erreichen der Ostküste doch noch Treibeis sehen.